Wilhelm-Hack-Museum
PUNKT-SYSTEME
Vom Pointillismus zum Pixel
16.06. – 30.09.2012
Eröffnung: 15.06.2012, 19h
Die Wahrnehmung und entsprechend auch die Darstellung der Welt haben sich im 20. Jahrhundert grundlegend verändert. Die Abstraktion als Emanzipation von der sichtbaren Wirklichkeit, die Autonomie der künstlerischen Mittel und schließlich auch technische Entwicklungen in Reproduktionsverfahren bis hin zur Digitalisierung der Welt haben dazu beigetragen. Der Zerfall einer einst erlebten Einheit in der Wahrnehmung der Welt spiegelt sich in Bildgebungsverfahren, die die sichtbare Wirklichkeit in kleinste Einheiten zerlegen und wieder neu zusammensetzen.
Der Punkt ist die kleinste Einheit, gewissermaßen das „Atom“ der Bildgebungsverfahren, mit dem sich in unterschiedlichsten Systemen die Welt als Bild neu ordnen und darstellen lässt. Die Ausstellung „Punkt-Systeme“ untersucht solche auf dem Punkt basierende Bild- und Darstellungssysteme quer durch das 20. Jahrhundert. Der Querschnitt reicht vom Pointillismus des ausgehenden 19. Jhdts. mit Paul Signac und Georges Seurat über Paul Klee und Josef Albers, über die Raster von Sieb- und Offset-Druck, wie sie in der Kunst von Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke explizit zum Thema gemacht wurden, bis in die Welt der Pixel unserer Gegenwart. Eine besondere Position nimmt die japanische Künstlerin Yayoi Kusama ein, die ihre gesamte künstlerische Welt als einen Punkte-Kosmos formuliert.
Kuratoren: Reinhard Spieler, Barbara J. Scheuermann, Miriam Oesterreich
hackordnung # 3 – Sounds & Silence
bis 09.09.2012
Bei dem Stichwort Musik denkt man eher an Pop-Songs und Symphonien als an Werke der bildenden Kunst. Rhythmus und Klang, Harmonie und Stille zählen jedoch zu den vielfältigen musikalischen Elementen, die auch die Werke bildender Künstlerinnen und Künstler bestimmen. Ob das Bild mit weißen Linien von Wassily Kandinsky oder das Objekt Saitensprung von Mauricio Kagel, in der Sammlung des Wilhelm-Hack-Museums befinden sich zahlreiche Werke, vor allem aus dem 20. Jahrhundert, die an musikalische und klangliche Phänomene denken lassen. Unter dem Titel Sounds and Silence ist ihnen die Sammlungspräsentation hackordnung # 3 gewidmet.
Kuratorin: Nina Gülicher
Begleitet wird die hackordnung # 3 von einem umfangreichen Musikprogramm: http://www.wilhelmhack.museum/ausstellungen/whm/hackordnung-3.html
hackordnung # 4 – hier, dort und anderswo
22.09.2012 – 15.09.2013
Eröffnung: 21.9.2012, 19h
Messen Sie dem Raum oder der Zeit eine größere Bedeutung zu? Diese zunächst absurd klingende Frage entscheidet der Blick in unsere Umgebung: Überall sind Uhren zu sehen, nur selten jedoch ein Kompass. Immerzu fragen wir nach der Zeit, unser Standort in der Welt scheint dagegen zumeist bekannt. Doch wo befinden wir uns eigentlich, wenn wir zu Hause, auf der Straße, in den Bergen, einem weit entfernten Land oder gar im All sind? Was zeichnet diese Orte aus? Und in welchem Verhältnis stehen wir zu ihnen und damit zur Welt? Angesichts der aktuellen ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen bergen solche einfachen Fragen weitaus mehr Brisanz als es zunächst scheint, so dass ihnen unter dem Titel hier, dort und anderswo die hackordnung # 4 gewidmet ist.
Kuratorin: Nina Gülicher
Schwestern der Revolution
Künstlerinnen der russischen Avantgarde
20.10.2012 – 17.2.2013
Eröffnung: 19.10.2012, 19h
Die Avantgarde war weiblich! – Zumindest im von gesellschaftlichen Umschwüngen geprägten vor- und nachrevolutionären Russland. Die Aufbruchsstimmung erfasste auch die Kunstszene, war doch eine Vielzahl russischer Künstlerinnen und Künstler davon überzeugt, mit ihrem Schaffen zur Entstehung einer neuen, klassenlosen und gerechten Gesellschaft beizutragen.
Ihre künstlerischen Ansätze entstanden in engem Austausch mit den künstlerischen Avantgarden anderer Länder – neben Paris zählten Italien und Deutschland zu den Fixpunkten. Gegenüber den übrigen Avantgarden zeichneten sich die russischen Strömungen durch einen hohen Anteil an Frauen aus. Ohne die künstlerische Visionskraft von Künstlerinnen wie Alexandra Exter, Natalja Gontscharova, Ljubov Popova, Olga Rosanova, Warwara Stepanova und Nadeshda Udalzova hätten die Avantgarde-Bewegungen um Kasimir Malewitsch, Michail Larionow oder Wladimir Tatlin kaum ihre weitreichende Wirkung entfalten können.
Erstmals in der Geschichte der Kunst behaupteten sich Künstlerinnen derart zahlreich und selbstbewusst neben ihren männlichen Kollegen. In ihrem Glauben an eine Kunst, deren gestalterische Kraft die Erneuerung der Gesellschaft voran brachte, überwanden sie die traditionellen Grenzen zwischen Malerei, Textil, Architektur, Theater, Tanz und Kino.
Mit rund 100 Meisterwerken aus der spektakulären Sammlung der Moskauer Tretyakov-Galerie, ergänzt durch weitere Leihgaben aus europäischen Museen und Privatsammlungen und nicht zuletzt auch aus unserer eigenen Sammlung, zeichnet die Ausstellung Schwestern der Revolution die bedeutende Rolle nach, die russische Avantgarde-Künstlerinnen bei der Entwicklung einer das ganze Leben umfassenden Kunst spielten.
Kuratoren: Reinhard Spieler, Nina Gülicher
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Tretyakov-Galerie, Moskau
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Multimediainstallation
Corinna Schnitt
Tee trinken
16.06.–15.09.2012
In Corinna Schnitts (* 1964, Professorin für experimentellen Film und Video an der hBK Braunschweig) Videoarbeit Tee Trinken geht es um Jugend und Alter, um Aktion und Kontemplation.
Sebastian Sumpf
Brücken
22.09.–06.01.2013
Sebastian Stumpf (*1980) beschreibt in seiner Videoarbeit Brücken urbane Räume als feste Strukturen vor, in denen er Lücken und Zwischenräume aufzuspüren sucht – und etwa von Brücken aus den fest gefügten Räumen herausspringt.