Provenienz

Zahlreiche in der Sammlung befindliche Kunstwerke sind vor 1945 entstanden. Zudem ist ihr Verbleib zwischen 1933 und 1945 nicht geklärt. Da nicht auszuschließen ist, dass diese Werke ihren Eigentümern während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogen wurden und daher zu restituieren sind, untersuchen wir seit April 2016 systematisch die Provenienzen der Bestände. Im Fall der Sammlung von Wilhelm Hack betrifft dies die teilweise in den 1930er-Jahren erworbenen mittelalterlichen Kunstwerke sowie die ab den 1940er-Jahren aufgebaute Sammlung von moderner Kunst. Seit 1935 lebte Hack in Köln, von wo aus er zahlreiche Kontakte zu Künstlern und Kunsthändlern knüpfte. Die Erforschung der Provenienzen seiner Sammlung trägt daher auch zur kunsthistorischen Aufarbeitung des deutschen Kunsthandels vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg bei. Dies gilt auch für die Forschung zur städtischen Kunstsammlung, bei der das Augenmerk vor allem auf den in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren getätigten Ankäufen moderner Kunst liegt.

Das Forschungsprojekt wird von Facts & Files. Historisches Forschungsinstitut Berlin und Nina Schallenberg durchgeführt. Gefördert wird es durch die Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg.

Headerfoto: Adressstempel auf der Rückseite des Werkes von Lászlo Moholy-Nagy, Konstruktion, um 1922/23, Öl auf Leinwand, 95,5 x 75 cm