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WILHELM-HACK-MUSEUM

Biennale für aktuelle Fotografie 2017 –
Farewell Photography

09/09 - 05/11/2017
Eröffnung: Freitag, 08/09/2017, Port 25 Mannheim

Unter dem Titel Farewell Photography stehen bei der ersten Biennale für aktuelle Fotografie – nach sechs erfolg-reichen Fotofestival-Ausgaben in Mannheim, Ludwigsha-fen und Heidelberg – die großen Umbrüche der zeitge-nössischen Bildkultur im Mittelpunkt. Seit ihrer Erfindung befindet sich die Fotografie in fortwährender Metamorpho-se. Jedoch scheinen sich die vergangenen 25 Jahre stär-ker als zuvor durch ein Moment der Beschleunigung und ein Nebeneinander unterschiedlichster Bildkulturen aus-zuzeichnen. Längst leben wir im Zeitalter der „networked images“, in dem Algorithmen und Programme die Er-scheinungsformen, Orte und Verbreitung von Fotografien massiv beeinflussen und das Verhältnis zwischen Fotograf und Fotografiertem, Betrachter und Gesellschaft neu ausgehandelt wird. In sieben thematischen Feldern unter-sucht die Biennale Material und Verfasstheit, Nutzungs- und Erscheinungsformen, ebenso wie das populäre und gesellschaftspolitische Potential der Fotografie. Im Wil-helm-Hack-Museum befragt ein Ausstellungskapitel die materiellen und ideellen Bruchstellen, die mit dem Medi-enwechsel von analog zu digital auf dem Spiel stehen. Als Gegenpart dazu thematisiert das zweite Kapitel die Öffnung und Erweiterung von fotografischen Praktiken, des Bildraums, der Formate und die damit einhergehenden veränderten Leseweisen.

 

Stimme des Lichts -
Delaunay, Apollinaire und der Orphismus

2/12/2017 - 2/04/2018
Eröffnung: Freitag, 1/12/2017, 18 Uhr

Am 11. Oktober 1912 hält der Dichter Guillaume Apollinaire in der Pariser Galerie La Boëtie einen Vortrag, in dem er den Kubismus in vier verschiedene Strömungen unterteilt: den „wissenschaftlichen“ und den „physischen“ auf der einen sowie den „orphischen“ und den „instinktiven“ Kubismus auf der anderen Seite. Unter orphischem Kubismus versteht er die Kunst, „neue Ganzheiten mit Elementen zu malen, die nicht der visuellen Wirklichkeit entlehnt, sondern gänzlich vom Maler erschaffen wurden; er verleiht ihnen eine machtvolle Wirklichkeit.“ Als einer der Ersten beschreibt Apollinaire damit eine vollkommen abstrakte Kunst. In den wenigen Jahren, die bis zum Ersten Weltkrieg bleiben, versucht er den Orphismus als eigenständige, radikale Avantgarde-Bewegung zu etablieren. Er beschreibt damit keinen einheitlichen künstlerischen Stil, sondern sammelt darunter Werke, in denen sich kubistische, futuristische und expressionistische Ansätze treffen und einer „reinen“, von der figürlichen Konvention befreiten Kunst den Weg bereiten.
Daher werden so unterschiedlich arbeitende Künstlerinnen und Künstler wie Sonia und Robert Delaunay, Paul Klee, František Kupka, Fernand Léger, August Macke und Francis Picabia zu dem ein oder anderen Zeitpunkt als dem Orphismus zugehörig angesehen. Ihre Abstraktion gründet auf der syste-matischen Auseinandersetzung mit Farblehren, zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Entdeckungen und esoterisch-spirituellen Lehren. Für Apolli-naire war die innovative Schlagkraft der abstrakten Werkkonzepte von ebenso großer Bedeutung, wie ihre Anbindung an kulturhistorische Traditionen.

Dem Orphismus wurde trotz seiner Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert bislang keine umfassende Themenausstellung gewidmet. Mit der Präsentation Stimme des Lichts - Delaunay, Apollinaire und der Orphismus stellt das Wilhelm-Hack-Museum erstmals diese Keimzelle der Abstraktion in ihren Ursprüngen und Einflüssen vor. Nach Ausstellungen zum Blauen Reiter, zur De Stijl-Bewegung und zum russischen Konstruktivismus widmet sich das Wilhelm-Hack-Museum damit eingehend einem weiteren zentralen Moment in der Frühgeschichte der Abstraktion.

Kuratorin: Dr. Nina Schallenberg

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