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WILHELM-HACK-MUSEUM

Die andere Seite -
Erzählungen des Unbewussten

25/05 - 13/08/2017
Eröffnung: Mittwoch, 24/05/2017, 18 Uhr

Die Ausstellung Die andere Seite – Erzählungen des Unbewussten betont Übergänge zwischen Traum und Realität in der Kunst der Gegenwart. Das Wechselspiel von Traum und Psyche, aber auch Motive des Fantastischen, Grotesken, Tragischen und Magischen kommen in Installationen von Berlinde de Bruyckere, Thomas Feuerstein, Laurent Grasso, Alicja Kwade, Stéphane Thidet, Richard Mosse, Markus Schinwald und anderen zum Ausdruck und entführen in ein fremdes Reich voll traumhafter Entdeckungen und Überraschungen.

Mit dem Titel Die andere Seite bezieht sich die Ausstellung auf den gleichnamigen Roman des österreichischen Künstlers Alfred Kubin von 1909. Darin entführt Kubin den Leser in ein Traumreich und beschreibt ein fernes, fremdes Land, das frei von jeglichen Prämissen und Vorgaben ist und indem scheinbar kein Wunsch unerfüllt bleibt. Als Illusion entpuppt, löst sich die Vision jedoch in einer Katastrophe auf; die einstige Sehnsucht des Protagonisten schlägt in einen Albtraum um.
Alfred Kubin (1877 bis 1959) ist vielmehr für seine Grafiken bekannt, mit denen er Anfang des 20. Jahrhunderts eine fantastische und mythische Bildwelt erschuf und Künstler vom Surrealismus bis in die Gegenwart beeinflusste. Ausgewählte Grafiken Kubins bilden in Die andere Seite - Erzählungen des Unbewussten einen historischen Bezugspunkt zu dem Roman und der Kunst der Gegenwart.

Kuratoren: Jana Franze, Julia Nebenführ, René Zechlin

Biennale für aktuelle Fotografie 2017 –
Farewell Photography

9/09 - 5/11/2017
Eröffnung: Freitag, 8/09/2017, Port 25 Mannheim

Unter dem Titel Farewell Photography stehen bei der ersten Biennale für aktuelle Fotografie – nach sechs erfolg-reichen Fotofestival-Ausgaben in Mannheim, Ludwigsha-fen und Heidelberg – die großen Umbrüche der zeitge-nössischen Bildkultur im Mittelpunkt. Seit ihrer Erfindung befindet sich die Fotografie in fortwährender Metamorpho-se. Jedoch scheinen sich die vergangenen 25 Jahre stär-ker als zuvor durch ein Moment der Beschleunigung und ein Nebeneinander unterschiedlichster Bildkulturen aus-zuzeichnen. Längst leben wir im Zeitalter der „networked images“, in dem Algorithmen und Programme die Er-scheinungsformen, Orte und Verbreitung von Fotografien massiv beeinflussen und das Verhältnis zwischen Fotograf und Fotografiertem, Betrachter und Gesellschaft neu ausgehandelt wird. In sieben thematischen Feldern unter-sucht die Biennale Material und Verfasstheit, Nutzungs- und Erscheinungsformen, ebenso wie das populäre und gesellschaftspolitische Potential der Fotografie. Im Wil-helm-Hack-Museum befragt ein Ausstellungskapitel die materiellen und ideellen Bruchstellen, die mit dem Medi-enwechsel von analog zu digital auf dem Spiel stehen. Als Gegenpart dazu thematisiert das zweite Kapitel die Öffnung und Erweiterung von fotografischen Praktiken, des Bildraums, der Formate und die damit einhergehenden veränderten Leseweisen.

Stimme des Lichts -
Delaunay, Apollinaire und der Orphismus

2/12/2017 - 2/04/2018
Eröffnung: Freitag, 1/12/2017, 18 Uhr

Am 11. Oktober 1912 hält der Dichter Guillaume Apollinaire in der Pariser Galerie La Boëtie einen Vortrag, in dem er den Kubismus in vier verschiedene Strömungen unterteilt: den „wissenschaftlichen“ und den „physischen“ auf der einen sowie den „orphischen“ und den „instinktiven“ Kubismus auf der anderen Seite. Unter orphischem Kubismus versteht er die Kunst, „neue Ganzheiten mit Elementen zu malen, die nicht der visuellen Wirklichkeit entlehnt, sondern gänzlich vom Maler erschaffen wurden; er verleiht ihnen eine machtvolle Wirklichkeit.“ Als einer der Ersten beschreibt Apollinaire damit eine vollkommen abstrakte Kunst. In den wenigen Jahren, die bis zum Ersten Weltkrieg bleiben, versucht er den Orphismus als eigenständige, radikale Avantgarde-Bewegung zu etablieren. Er beschreibt damit keinen einheitlichen künstlerischen Stil, sondern sammelt darunter Werke, in denen sich kubistische, futuristische und expressionistische Ansätze treffen und einer „reinen“, von der figürlichen Konvention befreiten Kunst den Weg bereiten.
Daher werden so unterschiedlich arbeitende Künstlerinnen und Künstler wie Sonia und Robert Delaunay, Paul Klee, František Kupka, Fernand Léger, August Macke und Francis Picabia zu dem ein oder anderen Zeitpunkt als dem Orphismus zugehörig angesehen. Ihre Abstraktion gründet auf der syste-matischen Auseinandersetzung mit Farblehren, zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Entdeckungen und esoterisch-spirituellen Lehren. Für Apolli-naire war die innovative Schlagkraft der abstrakten Werkkonzepte von ebenso großer Bedeutung, wie ihre Anbindung an kulturhistorische Traditionen.

Dem Orphismus wurde trotz seiner Bedeutung für die Entwicklung der modernen Kunst im 20. Jahrhundert bislang keine umfassende Themenausstellung gewidmet. Mit der Präsentation Stimme des Lichts - Delaunay, Apollinaire und der Orphismus stellt das Wilhelm-Hack-Museum erstmals diese Keimzelle der Abstraktion in ihren Ursprüngen und Einflüssen vor. Nach Ausstellungen zum Blauen Reiter, zur De Stijl-Bewegung und zum russischen Konstruktivismus widmet sich das Wilhelm-Hack-Museum damit eingehend einem weiteren zentralen Moment in der Frühgeschichte der Abstraktion.

Kuratorin: Dr. Nina Schallenberg

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