In Ordnung – Strukturprinzipien von Mondrian bis Vasarely

31/10/2026 – 29/03/2027 

In der Bildproduktion wird mit der Entwicklung der geometrischen Abstraktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Raster erstmals zu einem autonomen Bildthema. In den Gemälden Piet Mondrians wird es zu einem bildbestimmenden Kompositionselement. Der niederländische Künstler legt die Struktur seiner Werke nicht vorab fest oder berechnet sie, vielmehr sucht er im Arbeitsprozess nach einem harmonischen, ausgewogenen Verhältnis von Linie, Fläche und Farbe. Hiervon ausgehend zeigt die Ausstellung das Variantenreichtum vermeintlich simpler Strukturprinzipien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Grafikmappen von Max Bill und Attila Kovács basieren beispielsweise auf präzisen, sich aufeinander beziehenden Systemen mit einem Quadrat als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen. Bei Bill ist die Anordnung der farbigen Quadrate auf einem Blatt identisch, allein die Verteilung der schwarzen beziehungsweise weißen Flächen ist frei variiert und bewirkt einen wechselvollen Bildeindruck. Zeitgleich untersucht die ZERO-Bewegung und ihr internationales Umfeld unterschiedliche Aspekte des Rasters: Ob präzise geordnet oder malerisch ausgeführt, insbesondere das Spiel von Licht und Schatten erzeugt eine neue Dynamik, die trotz der reduzierten Bildgestaltung visuell eindrucksvolle Arbeiten entstehen lässt. Rhythmus und Wiederholung werden zwei wichtige Gestaltungsprinzipien in Werken der OP-Art und spielen ebenso als Rasterpunkte bei Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke eine bedeutende Rolle.

Mit Werken von Josef Albers, Thomas Bayrle, Max Bill, Enrico Castellani, Carlos Cruz-Diez, Vilmos Huszár, Attila Kovács, Vera Molnár, Piet Mondrian, François Morellet, Roy Lichtenstein, Sigmar Polke, Frank Stella, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Victor Vasarely.