Arne Schmitt

Räson
15/02 – 19/04/2020


Arne Schmitt untersucht in seinen fotografischen Arbeiten Architektur und Städtebau unter historischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten. 
Ausgangspunkt seiner Räson betitelten Ausstellung in der Rudolf-Scharpf-Galerie sind zwei Videoarbeiten, die sich mit der Geschichte und Gegenwart Ludwigshafens unter dem Einfluss der BASF beschäftigen: Stadt-Gegenstadt ist eine Gegenüberstellung der benachbarten Städte Mannheim und Ludwigshafen und basiert auf dem gleichnamigen Text von Ernst Bloch aus dem Jahr 1928. Der heiße Frieden, ein in den 1960er-Jahren von der BASF produzierter Essayfilm, lässt die globale Marktwirtschaft als historisch gewachsene Ideologie begreifbar werden. 
Demgegenüber präsentiert Arne Schmitt seine jüngste Arbeit, Zeichen der Zeit. Zur Geschichte eines geschichtslosen Gebiets genannt Parkstadt Schwabing. Hierbei handelt es sich um ein Porträt eines in den 1990er-Jahren geplanten Büro- und Dienstleistungsviertels im Norden Münchens, das Schmitt anhand von Archivfotografien und Zitaten aus Presse und Bauakten, wie auch über eigene Fotografien von Straßen- und Firmenschildern formuliert. So liefert die Arbeit einen Einblick in die wechselhafte Entstehungsgeschichte dieses Viertels und offenbart Strategien neoliberaler Stadtentwicklung.
Arne Schmitt (geboren 1984 in Mayen, lebt und arbeitet in Köln) studierte Fotografie in Leipzig und Brüssel. 2016 war er Karl Schmidt-Rottluff-Stipendiat. 2018 gewann er den Kunstpreis der Böttcherstraße.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog bei Spector Books.
Eröffnung am 14/02/2020, 18 Uhr in der Rudolf-Scharpf-Galerie