Projekt Druckgrafiken

Das Wilhelm-Hack-Museum erforscht seit Anfang 2026 systematisch die Provenienzen der vor 1945 entstandenen und seit der Zeit des Nationalsozialismus erworbenen Druckgrafiken der städtischen Sammlung Ludwigshafen. Das vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste geförderte Projekt ist zunächst auf ein Jahr angelegt und wird von der Provenienzforscherin Anna Gürteler durchgeführt.

Im Jahr 1979 eröffnete das Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen und machte seine heute etwa 10.000 Arbeiten umfassende Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich. Einen wichtigen Pfeiler dieser Sammlung bildet die ab Beginn des 20. Jahrhunderts aufgebaute städtische Kunstsammlung, die neben Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen heute etwa 2.300 Druckgrafiken verzeichnet. In den Zwischenkriegsjahren lag der Schwerpunkt der Erwerbungen auf süddeutscher Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts, bevor sich das Interesse ab Mitte der 1950er- Jahre auf den Expressionismus verlagerte. Erworben wurden die vor 1945 entstandenen Blätter vornehmlich in den 1940er- bis 1960er- Jahren auf dem deutschen Kunstmarkt oder kamen durch Schenkungen ans Haus.

Im Rahmen des Forschungsprojekts soll die Herkunft der vor 1945 entstandenen Druckgrafiken der städtischen Sammlung systematisch untersucht und dabei möglichst lückenlos geklärt werden. Nach ersten Recherchen kann die ursprünglich mit 876 bezifferte Zahl der zu prüfenden Druckgrafiken und einzelner als solche inventarisierter Papierarbeiten anderer Techniken auf einen priorisierten Untersuchungsgegenstand von ca. 350 Werken eingegrenzt werden.