Projekt Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen

Das erste langfristige Provenienzforschungsprojekt am Wilhelm-Hack-Museum widmete sich den Gemälden, Skulpturen sowie Zeichnungen der Sammlung. Es wurde von Facts & Files Historians GmbH durchgeführt und maßgeblich vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert. Die Gesamtzahl der zu untersuchenden Werke betrug 265. Davon stammten 118 Werke aus der Sammlung von Wilhelm Hack. Dieser hatte in den 1930er- Jahren begonnen eine Sammlung mittelalterlicher Kunst aufzubauen, die er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs um den Bereich der Moderne erweiterte. Das Forschungsprojekt konnte unter anderem Hacks zahlreiche Kontakte zu Künstler*innen und Kunsthändler*innen in seiner Heimatstadt Köln, aber auch in Paris, offenlegen. Zudem zeigte sich, dass der Sammler, anders als bisher angenommen, auch in den 1950er- und 1960er- Jahren weiterhin Kunstwerke des Mittelalters erwarb.

Aus den Beständen der städtischen Sammlung wurden 147 Werke untersucht, darunter 93 Gemälde, 44 Grafiken und 9 Skulpturen. Seit Mitte der 1950er- Jahre hatte die Stadt Ludwigshafen begonnen eine Sammlung deutscher Expressionist*innen aufzubauen, die vornehmlich auf dem deutschen Kunstmarkt erworben wurden.

Von den 265 untersuchten Werken konnten 250 als eindeutig unbedenklich eingestuft werden oder es konnten keine konkreten Verdachtsmomente eines verfolgungsbedingten Vermögensverlustes festgestellt werden. Die Provenienz von 15 Werken ist jedoch bedenklich, da Hinweise auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug vorliegen. Die Arbeiten stammen in den meisten Fällen aus jüdischen Sammlungen und Galerien, deren Besitzer*innen verfolgt wurden. Ein NS-verfolgungsbedingter Entzug konnte jedoch nicht eindeutig dargestellt werden.

Das Wilhelm-Hack-Museum wird die Herkunft dieser Werke weiterverfolgen und erhofft sich weitere Erkenntnisse durch die Veröffentlichung der Werke in die Lost Art-Datenbank, der offiziellen deutschen Datenbank zur Dokumentation von Raub- und Beutekunst.

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