Michael Beutler

+++ AUSSTELLUNG VERSCHOBEN AUF 2021 +++

 

Michael Beutler


Mit seinen raumgreifenden Interventionen verwandelt Michael Beutler unterschiedlichste Räume und Orte in fantastisch anmutende Architekturen und Environments. Ausgangspunkt bilden die vom Künstler entwickelten Maschinen – selbstgebaute Apparaturen zwischen Spezialwerkzeug und autonomer Skulptur –, die einfache Arbeitsabläufe wie Falzen, Wickeln, Drucken oder Weben ausführen. Papier, Metall, Holz oder Kunststoffe werden so zu skulpturalen Modulen geformt – Bausteine, mit denen Beutler und seine Assistent*innen ebenso komplexe wie fragile Konstruktionen errichten, die in ihrer visionären Ambition mal an die Kristallpaläste der frühen Moderne, mal an höhlenartige „Merzbauten“ erinnern.

Beutlers Installationen können als utopische Arbeits- und Lebensmodelle verstanden werden, die den traditionellen Produktions- beziehungsweise Werkbegriff hinterfragen: Seine Werke entstehen stets vor Ort und im Team, wobei Partizipation ein wesentliches künstlerisches Prinzip ist. Maschinen ersetzen hier keine menschliche Arbeit, sondern ermöglichen alternative gemeinschaftliche Produktionsweisen. Improvisation bestimmt den offenen, dynamischen Arbeitsprozess, in dem Planung und Zufall gleichwertig nebeneinander stehen. Beutlers temporäre Interventionen unterliegen keinem vorgegebenen Gebrauchsgedanken, vielmehr eröffnen sie dem Publikum alternative Raumwahrnehmungen und laden zu Teilhabe und neuen Handlungsweisen ein.

Michael Beutler (geboren 1976 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Berlin) studierte von 1997 bis 2003 bei Thomas Bayrle an der Städelschule in Frankfurt sowie von 2000 bis 2001 an der Glasgow School of Art.